Kreuzbandriss – na und?

So, oder so ähnlich denkt jetzt wohl Pennie, meine kleine Schwatte. Im Nachhinein wohlgemerkt!

In unserem heutigen Blog-Post berichten wir Euch, wie das bei uns ab der Diagnose ‚Kreuzbandriss‘ bis heute gelaufen ist und geben Euch ne Menge an Infos und Tipps. Ähm ja, und zum besseren Verständnis auch ein paar echt ekelige Fotos

Pennie wird am 20.08.2017 7 Jahre alt und war schon immer ziemlich fix unterwegs und eine Meisterin im Haken schlagen. Ich kann garnicht immer hingucken Da Pennie mein zweiter Hund ist und ich mit Mabel meine dritte Fellnase habe, bin ich nicht mehr sooo panisch und düse bei jeder Kleinigkeit direkt zum Tierarzt, wie damals mit Benson, meinem ersten Hund. Deswegen war ich noch ganz entspannt, als sie Anfang September letzten Jahres anfing, ein klein wenig zu humpeln. Wir haben dann mit Traumeel behandelt und es war eigentlich alles wieder top. Bis eines morgens… Es war nichtmal eine wilde Rennerei auf der weichen Wiese, es passierte einfach so. Plötzlich zog sie das rechte Hinterbein hoch und…

…als ich ihr in die Augen schaute, wusste ich, es ist anders. Schlimmer. Richtig schlimm! Also Scheisse!

Nach Tests und Röntgen lautete die konkrete und sichere Diagnose: Kreuzbandriss! Himmel nein! Ich hatte schon so viel Schlimmes darüber gehört, mir liefen einfach nur die Tränen und mein liebster Tierarzt, Dr. Navarra, musste die TaTüs zücken und mich in den Arm nehmen. Der Arme…

Na gut… tief Luftholen… Glückskekse auspacken… tschakka… beten… Opfergaben… das volle Programm!

Es gab drei Möglichkeiten:

  1. Nix machen
    Ja sicher… Also nein, ganz ausgeschlossen!
  2. Bandersatz
    Diese Methode kommt nur bei kleinen Hunden, die weniger als 10kg wiegen in Frage, da die Bänder bei dem Gewicht eben nicht so belastet werden, wie bei schwereren Hunden. Pennie mit ihren rund 30kg, knapp darüber
  3. Tibial Plateau Leveling Osteotomy (TPLO)
    Hier wird das Schienbein durchgesägt und in einer veränderten Stellung wieder zusammengeschraubt. Mehr kann ich Euch leider nicht dazu sagen, da ich nach den Worten ‚durchsägen‘ und ‚wieder zusammenschrauben‘ nicht mehr zugehört hatte. Mir wurde echt schlecht! Dr. Navarra hat sich alle Mühe gegeben, mir das gut und genau zu erklären, aber ich wollte es garnicht hören. Ich wusste, dass das unsere OP-Methode sein würde und sein musste, was sollte es noch ändern dass ich alle grausigen Einzelheiten kannte, außer dass ich noch mehr Schiss bekommen hätte.

Ich hab’s tatsächlich geschafft, mich nicht durchs Netz zu surfen, mir weitere Horrorgeschichten durchzulesen oder sogar Bilder anzugucken. Und das war das Beste was ich machen konnte! Nicht weiter informieren,

nicht unzählige unprofessionelle Dr.-Google-Meinungen erfragen, nicht durchdrehen!

Ich wäre ja doch nur wie nen irres Huhn ohne Kopf durch den Tag und Pennie, die meinen Gemütszustand eh immer sofort erkennt und übernimmt, hätte noch weniger davon gehabt. Nun war’s nicht mehr zu ändern, es gab nur diese eine Methode und wir sind davon überzeugt, dass wir einen top Tierarzt und Chirurgen haben! Punkt. Also Ausrufezeichen!

Bis zum OP-Termin dann 5 Tage später gab’s jede Menge Extra-Leckerchen und für mich einige Telefonate mit meiner Tierheilpraktikerin Astrid. Ich weiß, mein Tierarzt, so toll er auch ist, hält nicht viel davon – aber ich! Ich habe alle meine Hunde schon bei diversen Sachen mit Globuli behandelt, ob ausschließlich oder unterstützend, es hat geholfen! Meinereiner wäre sicher ein Kandidat in Sachen Placeboeffekt, bei Hunden kann man davon sicher nicht sprechen.

Mit Astrid, meiner Tierheilpraktikerin, habe ich dann ein paarmal telefoniert, ihr von Pennie erzählt, Infos zu Gewicht & Alter gegeben, ein Bild von meiner Maus geschickt und ihr erzählt, was für eine Kreuzbandriss-OP auf Pennie zukommt.

Danach hatte ich einen mega ausgefeilten Globuli-Plan!

Kurzfristig dachte ich, ich müsste noch mal schnell studieren, aber ich hab’s doch auch so hinbekommen Es gab Globuli zur besseren und schnelleren Ausleitung der Narkose, welche zur guten Wundheilung, welche damit der Knochen wieder fix und toll zusammenwächst, welche damit das andere Bein unterstützt wird, da es ja mehr belastet werden würde, usw.

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Parallel dazu habe ich ihr ein etwas erhöhtes Schlaflager vor meinem Bett konstruiert, die Wohnung umgebaut, um meiner Maus mehr Platz zu schaffen, da das ja ein wenig blöde werden würde mit der Krause um den Kopf, hab Kühlpads in der perfekten Größe bestellt, Beinüberzüge zum Schutz gekauft, mich nach einer Tragehilfe wund gegoogelt… Ich kann Euch sagen, mir hat das gut getan. Ich konnte ‚auch was dafür tun‘.

Dann war es soweit. Am 12.09. hab ich Pennie (natürlich nüchtern und ob dessen sichtlich genervt) dann um 10 Uhr beim Tierarzt abgegeben. Hätte ich nicht mit dem Auto hinfahren müssen, ich hätte mir morgens erstmal ein paar Schnaps eingeflößt! Die nächsten Stunden waren der Horror Nix konnte mich ablenken oder beruhigen und Minuten wurden zu Stunden. Endlich kam der erlösende Anruf: alles gutgegangen, ich kann die Schnullibacke um 16 Uhr abholen!

Noch ziemlich bedröppelt, aber überglücklich dass wir uns wiederhatten, sind wir dann nach Hause gefahren. Sie hatte ein fettes Pflaster über der Narbe, war am halben Ars… Po kahl rasiert, aber lief gut auf drei Beinchen. Ich hab sie direkt mit den ersten Globuli versorgt (vor allem denen zur Ausleitung der Narkose).

Wer schonmal seinen Hund in Narkose hatte, weiß was jetzt kommt! Die Nachschlafphase in denen Euer geliebter Vierbeiner stundenlang markerschütternd jault und nicht weiß wohin mit sich; seien wir ehrlich, irgendwann ist man irre genervt! Ich war’s! Aber mein Schatz konnte ja nix dafür – das ist völlig normal und hat auch nix mit Schmerzen zu tun. Man muss es einfach überstehen. Sie, und ich auch. Um 19.30 Uhr war’s schon viel besser und ich bin mir absolut sicher, dass es an den Globuli lag, dass die Jaulerei nur 3,5 Stunden andauerte. Ich kenne das nämlich anders. Ich hab mit Benson schonmal mehr als 6 Stunden am Stück Jaulen und ‚noch Panne in der Birne sein‘ mitgemacht!

Hier mal ein Video als kleiner Einblick für Euch…

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Zu meiner größten Verwunderung ging Pippi und auch das große Geschäft absolut problemlos. Ich dachte, ich seh nicht recht! Wau! Äh, wow!

Pennie’s größtes Problem war jetzt nur, dass Sie noch immer nix zu Fressen kriegen durfte. Und das bei einem wirklich extreeeemst verfressenen, gierigen Labbi! Höchststrafe! Und Trinken gab’s auch nur in Miniportionen und in Abständen. Ich glaub, da hätte sie mich gern beim Tierschutz gemeldet!

Um 22.30 Uhr hat sie dann ganz ruhig geschlafen – und das sogar auf der Couch, die sie ganz alleine per drei Beinen erklommen hatte.

Nun waren 10 Tage Antibiotika, natürlich die volle Dröhnung an Globuli, zigmal am Tag das nervige Frauchen mit dem Kühlpad und: die persönliche kleine Krankenschwester Mabel angesagt!

Ich bin irre froh, mit Astrid so eine wunderbare und kompetente Tierheilpraktikerin gefunden zu haben, die es versteht, das alles auch nur am Telefon zu erklären und eben nicht auf die Schulmedizin zu schimpfen, sondern auch findet, dass es ohne schulmedizinische Medis manchmal eben nicht geht! Ein gutes Zusammenspiel beider Seiten ist meines Erachtens die beste Lösung!

Wenn unsere erste Nacht auch etwas kurz war, wir haben sie gut überstanden. Pennie hat durchgeschlafen (ich nicht…) und sie war schon wieder richtig gut drauf. Vielleicht auch weil es endlich wieder was zwischen die Zähne gab
Einen Tag später hat sie das operierte Beinchen schon beim Stehen leicht aufgestellt und

nur schlappe 2 Tage nach der OP lief sie auf allen vier Beinen!

Geil oder? Wenn’s mal nen halbes km/h schneller gehen sollte, wurde auf drei Beine umgestellt, aber im großen und ganzen lief sie ab da auf vier Beinen. Und das von Tag zu Tag sichtlich sicherer und lässiger! Schaut’s euch an:


Nur die Sache mit der Halskrause… Egal wieviel Platz ich ihr in der Wohnung schaffte, sie dötzte ständig irgendwo an, fiel paarmal fast auf die Fresse weil sie an der Terrassentüre beim Reinhüpfen im Rahmen hängengeblieben ist oder steckte mit dem Trichter irgendwo fest. Ich liebe diesen Hund wirklich von Herzen – aber mittlerweile weiß ich: sie hat sich einfach nur echt blöde drangestellt! Mabel hatte mittlerweile auch mal ne Halskrause und die kam prima damit klar.

Ich hatte nie das Gefühl, dass sie Schmerzen hatte. Ich konnte sogar schon am Tag nach der OP an dem Beinchen streicheln, keine Reaktion dass sie das doof finden würde – im Gegenteil.
Gerademal 9 Tage Post-OP kamen dann schon die Klammern raus. Pennie fand die Prozedur extremst blöde, aber wat mutt dat mutt ne?
Leider ist dann nochmal 2 Tage später an zwei Stellen die Narbe ein wenig aufgegangen und wieder hat uns Astrid mal eben per WhatsApp sofort mit Rat zur Seite gestanden. Wir tupften fleißig mit Calendula! Und hey, nach ein paar Tagen war auch das überstanden, die Narbe war trocken und sah super aus!

Direkt nach ‚24 Stunden nichts zu fressen bekommen‘, kommt bei Pennie: an der Leine bleiben müssen.

Und das sage und schreibe 4 Monate! Die ersten Tage waren wir täglich 3 x 5 Minuten draußen, nach zwei Wochen waren es 3 x 15 Minuten und nach einem Monat 3 x 20 Minuten.4pennie-kreuzbandriss-hund-tplo-kensons-for-dogs-hundeleine-retrieverleine-hund-retriever-moxonleine-leine

Wir haben uns streng an die Zeiten und daran, andauernd angeleint zu sein gehalten, auch wenn es eine echt beschissene Zeit für Pennie war. Sie war richtig genervt und auch wenn ihr jetzt lachen solltet, ich glaube, dass sie ne Art Depression hatte. Ich habe sie erlebt als die Leine ab kam und sie wieder frei laufen durfte. Der Blick, die glänzenden Augen, der beschwingte Gang: unbezahlbar!
Eine Physiotherapie & Unterwasserlaufband hatten wir auch angedacht, bei dem Heilungsverlauf haben wir uns das aber gespart weil ich wusste, dass Pennie so ein Kasten mit Wasser und Laufband nicht wirklich gut finden würde und eher Stress hätte.

Vom 23.12. – 30.12. sind wir dann nach Texel gefahren und bitte, schaut Euch selbst an, wie Pennie dort drauf war!

Ich habe immer daran geglaubt, dass alles gut wird, aber dass es so schnell und so wunderbar laufen sollte, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich bin mir sicher, dass wir das einerseits natürlich den OP-Künsten unseres Tierarztes zu verdanken haben, aber andererseits ohne die Unterstützung unserer Tierheilpraktikerin solch eine tolle Heilung nicht möglich gewesen wäre. Und ich sagte ja, unser Tierarzt hält nicht so viel von Homöopathie usw.; er musste aber auch gestehen, dass er noch nie einen Hund hatte, bei dem alles so schnell, so gut verlaufen ist.

Bis Anfang April 2017 hatten wir dann nur noch mit unserem kleines Schönheitsproblem zu kämpfen

Ja, wir sind Mädchen, und so lange hat es gedauert, bis das Fell wieder komplett nachgewachsen war. Hat die Hundekumpels aber nicht von Avancen abgehalten. Na Gott sei Dank – die inneren Werte…

Der letzte Schritt war dann, dass am 08.06.2017 die Platte rausgenommen wurde. Wir haben es geschafft! Hier die Röntgenbilder für Euch:

 

Unter der vierten Schraube von oben sieht man gut den Schnitt im Knochen.
Hier sieht man den Schnitt im Knochen garnicht mehr, so gut ist er verheilt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir warten dann jetzt gerade, bis die Haare wieder nachgewachsen sind

 

Ganz liebe Grüße, Eure Andrea, Pennie & Mabel

 

Unser Tierarzt: http://www.pingen-navarra.de/

Unsere Tierheilpraktikerin: https://www.facebook.com/MobileTierheilpraxisAstridKoppenhagen

 

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